Kampf gegen illegalen Handel mit Kulturgütern

 

Neuer Präventionsfolder informiert über den Schutz von Kulturgut

 

Im neuen Folder „Kultur unter Schutz. Informationen aus erster Hand“ wird umfassend über Diebstahl, die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern sowie den Schutz archäologischer Objekte informiert. Noch nie zuvor ist es gelungen, eine solch große Anzahl an Ministerien, Nichtregierungsorganisationen und das Bundesgremium des Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels zu einer gemeinsamen Aktion im Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgut zu gewinnen. Zu den Herausgebern zählen das Bundesministerium für Inneres (Bundeskriminalamt und Sicherheitsakademie), das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für Finanzen, das Bundesdenkmalamt, das Bundesgremium des Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels, die Österreichische UNESCO Kommission, ICOM Österreich (International Council of Museums) und Blue Shield Österreich.

 

Der Folder wird im Rahmen der ICOM Österreich „Palmyra-Gespräche“ am 2. März 2017 um 18:00 Uhr im Kunsthistorischen Museum präsentiert. (Eintritt frei / Anmeldung erforderlich unter: www.icom-oesterreich.at)

 

Erhältlich ist er künftig bei den Präventionsstellen der Polizei, am Flughafen Wien Schwechat und im Bundesdenkmalamt. Eine Online-Version des Folders ist auf den Websites aller teilnehmenden Partner abrufbar.

 

Im Detail bietet der Folder, der auf der 2012 erschienenen Broschüre „Die Kultur der Prävention“ aufbaut, folgende Informationen:

 

Über die Inhalte des Folders

 

Ein- und Ausfuhr von Kulturgut: Illegales Kulturgut wird oft in einen anderen Staat verbracht, um sich den Behörden zu entziehen und eine einfachere Absetzbarkeit zu erlangen. Die Kontrolle von Kulturgut bei der Ein- und Ausfuhr, die vom Zoll durchgeführt wird, ist daher besonders wichtig und eine wesentliche Funktion im Kulturgüterschutz. Nicht alle Kulturgüter dürfen einfach ausgeführt werden. Das Denkmalschutzgesetz (DMSG) bestimmt, für welche Objekte eine Bewilligungspflicht durch das Bundesdenkmalamt erforderlich ist. Sollte Kulturgut unrechtmäßig verbracht worden sein, so regeln eine EU-Richtlinie und ein UNESCO-Übereinkommen von 1970 eventuelle Rückgabeansprüche der Ursprungsländer. Österreich hat beide Bestimmungen 2016 mit dem Kulturgüterrückgabegesetz (KGRG) umgesetzt.

 

Schutz von archäologischen Objekten: Archäologische Objekte werden häufig illegal ausgegraben und verkauft. Diese Objekte sind insbesondere in Kriegs- und Krisenregionen sehr gefährdet. Organisationen wie Blue Shield sind auf den Schutz von Kulturgütern in solchen Regionen spezialisiert. Naturgemäß gibt es von unrechtmäßig ausgegrabenen Gegenständen keine Fahndungsfotos und die Zuordnung zu einem bestimmten Land kann schwierig sein. Sammler von Antiken sollen auf die Problematik aufmerksam gemacht werden. Der Folder bietet zudem Tipps für den Ankauf.

 

Diebstahl von Kulturgut: Der Diebstahl von Kulturgütern ist ein weltweites Problem. Leider ist ein gewinnbringender Weiterverkauf oft problemlos möglich. Die Prävention stützt sich auf zwei Säulen: Einerseits soll durch entsprechende Maßnahmen versucht werden, Einbrüche bzw. Diebstähle zu verhindern. Hier hilft die Kriminalprävention der Polizei in ganz Österreich durch Beratungen und Tipps zum Schutz des Eigentums. Andererseits sollen Besitzer von Kunst- und Wertgegenständen dazu motiviert werden, Abbildungen und Beschreibungen der Gegenstände anzufertigen. Eine Anleitung dazu findet sich in der Checkliste zur Beschreibung von Kulturgut.

 

Ethikkodex für den Kunst- und Antiquitätenhandel: Der Kunst- und Antiquitätenhandel verpflichtet sich in einem Ethikkodex zur besonderen Sorgfalt im Umgang mit Kulturgut. Auf Grundlage des UNESCO Code of Ethics for Dealers in Cultural Property wurde ein Ethikkodex für den Kunsthandel entwickelt, der zum Beispiel auch die besonderen Bestimmungen in der österreichischen Gewerbeordnung (GewO) enthält. Der Kodex weist auf die Gefahren von gestohlenem, gefälschtem, illegal ausgeführtem und illegal ausgegrabenem Kulturgut hin. Verstöße gegen den Ethikkodex werden durch einen in der Wirtschaftskammer eingerichteten Ethikrat geahndet. Klar ist, um den Herausforderungen in diesem Bereich proaktiv begegnen zu können, muss der Kulturgüterschutz nicht nur durch verstärkte Kontrollen, sondern auch gezielte Präventionsarbeit unterstützt werden. Der Folder „Kultur unter Schutz. Informationen aus erster Hand“ ist ein wichtiger Meilenstein und soll Menschen auf die bestehende Problematik aufmerksam machen und die Achtsamkeit fördern.

 

-> Download Folder

 

 

weitere Informationen und Links:

 

Bundeskriminalamt (BK):
www.bmi.gv.at/praevention
und
www.bmi.gv.at/fahndung


Sicherheitsakademie (SIAK):
www.siak.gv.at


Bundeskanzleramt (BKA):
http://www.kunstkultur.bka.gv.at/site/7995/default.aspx


Bundesdenkmalamt (BDA):
www.bda.at


Bundesministerium für Finanzen (BMF):
www.bmf.gv.at


Bundesgremium des Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels:
www.juweliere-austria.org

Blue Shield:
www.blueshield.at


ICOM Österreich:
www.icom-oesterreich.at


Österreichische UNESCO Kommission:
www.unesco.at


Kontakt:

Bundeskriminalamt
Mag. Silvia Strasser
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +43 (0) 1/24836-985004
Mobil: +43 (0) 664/264 07 13
silvia.strasser@bmi.gv.at
www.bundeskriminalamt.at

Bundesministerium für Finanzen
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1/514 33 501 030 oder 501 031
bmf-presse@bmf.gv.at
www.bmf.gv.at

Bundesdenkmalamt
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 1/53 415 DW
pr@bda.at
www.bda.at

Bundesgremium des Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandels
Dr. Harald Sippl
Tel :+43 (0)5 90 900-3320
harald.sippl@wko.at
www.juweliere-austria.org

ICOM Österreich
Mag. Elke Kellner
Tel::+43 (0) 1/535 04 31- 600
icom@icom-oesterreich.at
www.icom-oesterreich.at

Österreichische UNESCO Kommission
Mag. Eva Trötzmüller
Tel: 0699 / 19 474 998
presse@unesco.at
www.unesco.at

Blue Shield Austria
Prof. Dr. Friedrich Schipper
Tel: 0699/11444823
blueshield@blueshield.at
www.blueshield.at